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Spanienrundfahrt Teil III

Über Gibraltar, Cordoba, Toledo, Madrid, Zaragoza und Montserrat

Gibraltar war das nächste Ziel. Der hohe von Affen bewohnte Fels, der Flugplatz unten und die britische Enklave der Halbinsel südlich des Felsens. Bedeutend ist dort die "Straße von Gibraltar", die vom Atlantik ins Mittelmeer führt, mit einer engsten Stelle von 14,2 km. Alle Schiffe ins Mittelmeer und in den nahen Osten, die den Suez-Kanal passieren wollen, durchfahren auch diese Meerenge. Von dort konnten wir per Schiff rüber fahren nach

Tanger, Marokko. Hier eine ganz andere Lebensart. Etliche junge Männer am kleinen Hafen, die uns Stadtführungen anboten. Einer genügte. Große Hitze, viele Menschen, die weiß verhüllt am Straßenrand von Tanger saßen, um irgend etwas zu verkaufen. Turbane als typische Kopfbedeckungen der Männer, Frauen hatten Kopftücher um sich gewickelt. Es waren viele gebrauchte Metallwaren, viele zu verkaufenden Gewürze auch in kleinen Mengen zu sehen. Unsicherheit unsererseits. Abends Rückflug nach Gibraltar. Wir fuhren noch weiter bis Algeciras, das 45 000 Einwohner hatte, auch einen Hafen und einen kleinen Flugplatz und übernachteten dort.

Dann ging es nochmals westlich weiter zu der schönen Großstadt Cadiz, 128 000 Einwohner, die wir aber aus Zeitgründen nur en passant durch ihre imposanten großstädtischen Bauwerke in Augenschein nahmen. Und weiter ging's nach Norden hin in Richtung und nach Sevilla, damals 625 000 Einwohner, Hauptstadt Andalusiens. Sevilla empfing uns mit einem berauschenden Duft der Orangenblüten, obwohl meiner Frau übel, sehr übel war. Es gab viele enge Einbahnstraßen, so dass es recht schwierig war, sich mit dem Auto zurecht zu finden. Wir schauten dann doch die 1402 bis 1517 erbaute spätgotische Kathedrale an, die eine der größten des Abendlandes ist. Der 117 m lange fünfschiffige Hauptraum ist reich mit Gemälden berühmter Maler versehen. Neben der Kathedrale die Giralda, einst Minarett einer maurischen Hauptmoschee, von der nur der Orangenhof noch erhalten war.

Durch die Mitte Spaniens folgte Cordoba mit 205 000 Einwohnern, am Ufer des Guadalquivir gelegen. Seine höchste Blüte hatte Cordoba im 10. Jahrhundert als ein Kulturzentrum des Islam infolge seines Handels- und der Kunstindustrie mit Silber und Lederwaren. Sehr sehenswert der Alcazar und die riesige Kathedrale der ehemaligen Hauptmoschee, erbaut auf 860 Säulen. Ohne Rücksicht auf die Übelkeit meiner Frau, sie glaubte, sich in Tanger irgendwie infiziert zu haben, fuhren wir das Spinnennetz spanischer Straßen weiter in Richtung Madrid. Weithin durch die Sierra Morena (spanisch: schwarzbraunes Gebirge).

Wir kamen zu der durch ihre geographische Lage sehr sehenswerten Stadt Toledo, 44 000 Einwohner, Hauptstadt der Provinz Toledo. Sie liegt höchst eindrucksvoll auf einem Granitfelsen, der schluchtartig in das Tal des Tajo abfällt. Der Tajo umgibt die Stadt auf drei Seiten. Zwei eindrucksvolle alte Brücken über den Tajo sind aus dem 13. und 14. Jahrhundert erhalten, ebenso alte Teile der Tore und Stadtmauern. Toledo hat das Greco-Museum. Es gibt viel Handwerkskunst, speziell die Toledokunst, die aus Einlegearbeiten für Waffen hervor gegangen ist und sich als Erinnerungsstücke an Toledo prächtig eignet.

Madrid, 1,7 Mill. Einwohner, Hauptstadt Spaniens. Man sah dies gleich, da es nirgends zuvor so viele Taxis zu sehen gab. Es gab so viele Sehenswürdigkeiten, dass deren Beschreibung diesen Rahmen sprengen würde. Daher Persönliches: In dem mitgeführten Baedeker fanden wir ein deutsches Restaurant. Meine Frau war glücklich, denn sie glaubte, jetzt und dort ohne Übelkeit wieder anständig essen zu können. Sie tat dies mit großem Genuss, aber kurz danach war der vorherige Zustand wieder da und alles Gegessene wurde umgehend entsorgt. So brachte auch Madrid trotz deutschen Restaurants, großer Einkaufsstraßen, Besichtigungen und Parks nicht die erhoffte Erholung. Auch der Alcazar und der Escorial konnten das Wohlbefinden nicht bringen.

In Zaragoza hatten wir das Glück, den spanischen Regierungschef Franco im gepanzerten Rolls-Royce an uns vorbeifahren zu sehen, nachdem wir zuvor mehrmals nach unsrer Herkunft (Deutschland West oder Ost?) gefragt und inspiziert worden waren. Wie alle Regierungschefs hatte er eine stattliche Kolonne von Mercedes PKWs vor und hinter seinem Fahrzeug.

Fast zurück in Barcelona waren wir auf dem Montserrat (=zersägtes Gebirge), 1240 m. Nicht ganz oben steht das Benediktinerkloster "Nuestra Senora de Montserrat" und dabei die Kirche der "Schwarzen Madonna" aus dem 12. Jahrhundert, die als Schutzpatronin von Spanien verehrt wird. Montserrat ist ein Felsklotz aus Kalkkonglomeraten und hat bizarre Stein-Türme, -Kegel, -Kuppeln und -Pfeiler. Aber zu dieser Kirche pilgern auch junge Eheleute, die um Kindersegen bitten. Ein Flyer, der in Deutsch dort lag, beschrieb dies. Meine Frau las und spontan wurde ihr klar, woher die Übelkeit kam. Acht Monate später bekamen wir unseren zweiten Jungen. Er war nicht, wie meine Frau sich ihn gewünscht hätte, dunkelhaarig mit dunklen Augen, nein, er war weißblond mit blauen Augen.