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Ligurien

Warnung im Herbst in Ligurien  ;-)

Wir wollten, als unsere Söhne etwas größer waren, nicht mehr während der Schulferien, sondern in der touristenärmeren Zeit in Ligurien Urlaub machen. So fuhren wir erst Ende September in eine Stadt nördlich von Viareggio. Damit diese sich nicht kompromittiert fühlt, will ich ihren Namen hier nicht nennen. Wir waren in einem soliden Hotel untergebracht, das sich mit wenigstens zwei klassischen antiken Büsten schmücken konnte. Nein, diese waren kein Kitsch, sie waren wirklich klassisch. Ich behaupte dies, obgleich mir klar ist, dass sich über Geschmack nicht streiten lässt, was auch schon die alten Römer wussten: De gustibus non est disputandum. Ja, man kann nicht streiten über Geschmack, denn entweder hat man ihn oder man hat ihn eben nicht.

So begann südlich von Carrara und Massa unser Urlaub in den für Deutsche wunderschönen italienischen Sonne. Aber diese, die wir so schön fanden, wurde von den Einheimischen verwunschen, denn wie wir erfuhren, gab es dort über 8 Wochen hinweg keinen Tropfen Regen; der so genannte grüne Rasen war braun und die Leute litten unter der Hitze, jedenfalls erschien uns dies so. Aber dies störte uns kaum, da wir ja vorwiegend Wasser genießen wollten. Ja, und dann waren wir auch oben in Carrara, bestaunten die großen Marmor-Steinbrüche, wo auch schon Michelangelo weilte und zusah, wie die Quader für seine exzellenten Statuen aus dem Felsen herausgelöst wurden. Dabei war auch der Marmorblock für den überragenden David in Florenz, wo heute allerdings nur eine Kopie steht, denn das Original hat man aus Sicherheitsgründen ins Museum gebracht. Ich staunte sehr über die überwunden geglaubte Methode des Marmorsägens, die sich offenbar auch heute noch bewährt.

Die in den ersten Urlaubstagen ausgezeichnete Verpflegung in unserem Hotel war für die weitere Urlaubszeit sehr viel versprechend. Allerdings ging nach einer Woche der uns wohl mundende Rotwein aus und wurde nicht nachbestellt. Einige Tage später gab es als Nachtisch kein Eis mehr und wieder einige Tage später waren auch bestimmte Früchte zu Ende. Auf unser Fragen hin sagte man uns, die Saison ginge zu Ende und es lohne sich nicht, weitere Einkäufe zu tätigen; denn das Hotel würde kurz darauf über Winter geschlossen sein.

In der gleichen Zeit häuften sich ältere Fußgänger in den Straßen des Ortes, alle schwarz gekleidet, vorwiegend Frauen. Bald beherrschten sie das Straßenbild. - Da ich heute selbst 75 Jahre alt bin, darf ich wohl sagen, dass es keine reine Freude war, alte Menschen in Schwarz, die Insassen von Altersheimen, wie man uns versicherte, die Straßen bevölkernd zu sehen. Man hat also damals das Ende der Sommersaison ausgenutzt, um den Alten die von der Saison übrig gebliebenen Reste anzubieten! Immerhin hat man alten Menschen, die womöglich kein Urlaubsgeld hatten, eine Alternative zu ihrem Alltag geboten.