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Spanienrundfahrt Teil I

Mein Großvater erzählte, über Perpignan, entlang der Costa Brava nach Tarragona

Es war zwar schon 1959, aber viele Erlebnisse dieser Spanienfahrt mit einem VW-Käfer blieben uns in guter Erinnerung, besonders auch da wir eine recht ausführliche Dokumentation jener Reise vorgenommen haben. Einige Wochen bevor wir starteten, nahm ich in einer Berlitzschule Einzelstunden in Spanisch, um die wichtigsten Worte und einfache Sätze für eine Reise nach Spanien zu kennen, da damals kaum ein Spanier Deutsch sprach. Im Gymnasium hatte ich Englisch und einige Jahre Französisch gelernt, so dass auch die Durchfahrt durch Frankreich keine Schwierigkeiten machen würde. Alles war vorbereitet und wir starteten.

Wir durchfuhren die Schweiz und über Genf nach Frankreich. Dort das Rhonetal runter, es gab dort noch keine Autobahn nach Süden. Gegen Abend, noch in Frankreich, wollten wir übernachten. Wir suchten ein gut aussehendes Hotel und gingen zur Rezeption. Ich war ja sprachlich zumindest für Reisebedürfnisse bestens vorbereitet. Aber oh weh, niemand verstand mich! Was war los? Ich versuchte erneut und nochmals: "Tienen alguna habitantione para dos personas?" Schließlich merkte meine Frau, dass ich stets in Spanisch und nicht in Französisch fragte. Na ja, ich war eben so sehr auf das Spanische eingestellt gewesen, dass ich nicht daran dachte, dass wir noch in Frankreich sind.

Wir fuhren weiter und tags darauf waren wir über Perpignan, der Küste entlang, in Spanien und in Barcelona. Es war uns empfohlen worden, im Restaurant "Los Caracoles" (die Schnecken) in den Ramblas zu speisen. Wir fanden die Straße Ramblas und das gesuchte Hotel und waren erfreut darüber, dass man noch immer zusehen konnte, wie die Speisen zubereitet werden. Die Ramblas waren auch interessant, an ihrem Ende die Columbussäule und viele kleinere Geschäfte neben einander. Barcelona mit 1,3 Millionen Einwohnern, war die wirtschaftlich wichtigste Stadt Spaniens, was nicht nur mit ihrer Größe, sondern auch mit dem größten Mittelmeerhafen und dem dort sehr milden Klima zu tun hat.

Wir fuhren entlang der Costa Brava, die nicht die "brave", sondern die "wilde Küste" heißt und speisten stets preiswert in guten Restaurants. Allerdings kam es vor, dass uns beim Mittagstisch als Käsenachtisch deutsche Schmelzkäse-Dreiecke serviert wurden, was uns sehr überraschte. Die Abendmahlzeiten fanden immer sehr spät statt, dazu waren sie sehr ausgiebig, häufig mit einem Fisch- und danach noch mit einem Fleischgang und Nachtisch versehen, so dass wir fast immer erst gegen 24 Uhr und mit vollem Magen zu Bett gehen konnten. Denn es war üblich, in einem guten Haus, in dem man übernachten wollte, auch die Abendmahlzeit einzunehmen.




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