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Toskana

Ein lustiges Ferienerlebnis

Wir waren im April auf der Fahrt in die Toskana. Vergnügt fuhren wir von Süddeutschland durch die Schweiz und am gleichen Tag in die Toskana. Um uns nicht zu viel Fahrtstress zuzumuten, beschlossen wir, in Italien bald nach der schweizerisch-italienischen Grenze in einer kleineren Stadt zu übernachten. Was wir nicht bedacht hatten, war die frühe Jahreszeit. Einige Hotels, die wir anfuhren, waren noch geschlossen. Schließlich fegte vor einem weiteren Hotel eine nette alte Dame die Straße. Wir fragten, ob wir hier übernachten könnten. Zuerst war der uns entgegen gebrachte Gesichtsausdruck negativ. Dann aber überlegte die Dame nochmals, sie mag wohl die Oma gewesen sein, und bejahte. Wir sollten doch gerne herein kommen.

Wir waren überrascht, denn wir waren die einzigen Gäste. Auf unsere Frage nach einem wenigstens bescheidenen Abendessen wurde uns erklärt, es war Samstags, dass morgen Erstkommunion sei, dass das Mittagessen dafür schon vorbereitet war und dass wir davon zu kosten bekämen. Ja, die alte Dame freute sich, uns zu bedienen, denn ihr Sohn sei in Deutschland beschäftigt und sie schätze die Deutschen.

In der Tat, das Essen war vorzüglich. Wir dankten und baten darum, am Folgemorgen gleich um 8 Uhr frühstücken zu können, was uns bestätigt wurde. Flure und Treppenhaus des Hotels waren in Marmor ausgestattet und machten einen sehr guten Eindruck. Unser Zimmer dagegen war etwas spärlicher eingerichtet. Dies hatte jedoch keinerlei Einfluss auf unseren guten Schlaf und nur durch unseren Wecker wurden wir am kommenden Morgen gegen 7 Uhr wachgerüttelt.

Nach einer Katzenwäsche - Dusche oder Bad gab es nicht - wollte ich gleich gegen 8.30 Uhr unser Gepäck ins Auto bringen, um nach dem 8 Uhr-Frühstück ohne Verzug starten zu können. Doch, oh weh, beim Versuch, die Zimmertür zu öffnen, drehte sich der Türgriff beliebig oft im Kreise, ohne den Vierkant und dadurch den Riegel zu betätigen. Wir gingen zum Fenster und machten uns lautstark bemerkbar. Leider jedoch war niemand in der Nähe, der uns hätte hören können. Da erst bemerkten wir, dass wir offensichtlich als einzige Menschen in diesem Haus übernachteten. Wir versuchten weiter, uns verbal bemerkbar zu machen. Schließlich ging unten ein Sänger vorbei und begann eine Arie zu Ehren meiner Frau zu trillern. Weitere Zeit verging.

Endlich, nach etwa 20 Minuten, erschien unten die alte Dame - die Oma - und schaute völlig verwundert zu unserem Fenster herauf. Ich versuchte mit Gesten und meinem gebrochenen Italienisch ihr unsere Situation zu verdeutlichen, aber sie schien mich nicht zu verstehen. Dennoch, sie kam herauf, klopfte und öffnete von außen unsere Zimmertür. Um ihr ganz deutlich zu machen, dass wir eingesperrt waren, zog ich sie ins Zimmer herein, schloss die Tür und zeigte ihr anschaulich, dass diese nicht zu öffnen war. Jetzt war es geschehen. Denn nun standen wir Dreie im Zimmer und konnten nicht entkommen.

Zum Glück bin ich technisch nicht ganz unbegabt. Es blieb keine andere Möglichkeit, als mit meinem Taschenmesser das Schließblech abzuschrauben, dies beim Durchstoß der Klinke durch die Tür abzubrechen, auch den oberen Teil des Schließbleches zu entnehmen, wodurch der Türgriff etwa fünf Millimeter tiefer ins Schloss hineinzudrücken war, den Vierkant des Schlosses wieder fasste und die Tür öffnete.



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